Eine Nürnbergerin war in hellster Aufregung - sie hatte sich ausgesperrt, die Enkelin war allein in der Wohnung. Vom Schlüsseldienst fühlt sie sich abgezockt.

Erst bezahlt, dann angezeigt

Ein Beispiel: Der Schlüsseldienst fordert eine Einsatzpauschale von 159 Euro, wenn eine Wohnungstür geöffnet werden soll. Geht es um eine Haustür, werden weitere 30 Euro fällig, die Mehrwertsteuer kommt hinzu. Dafür biete die Firma ihre Dienste auch rund um die Uhr an, sagt der Inhaber des Schlüsseldienstes. Doch ab 18 Uhr wird ein Zuschlag von 50 Prozent, ab 22 Uhr sowie sonn- und feiertags ein Zuschlag von 100 Prozent fällig. Doch hier geht es um ganz normale Wochentage, um Uhrzeiten jenseits des Zuschlags.

Notfall schamlos ausgenutzt

Eine Nürnbergerin mit 62 Jahren war nervös , denn in der Wohnung war, ganz allein, ihre knapp zwei Jahre alte Enkelin. Versuche, das Kind dazu zu bringen, die Tür zu öffnen, schlugen fehl, so rief sie den Schlüsseldienst. Am Ende bekam sie eine Rechnung über 740 € überreicht. In Ihrem Fall wurde nicht nur die Tür geöffnet, auch ein neuer Zylinder wurde eingebaut, der Monteur verkaufte ihr zudem Sicherheitsbeschläge. Auch sie glaubte, es mit einem örtlichen Anbieter zu tun zu haben. Der Prozess geht weiter. Verbraucherschützer empfehlen, bereits im Voraus einen Festpreis zu vereinbaren.